Dienstag, August 22, 2006

FLEISCH IST MEIN GEMÜSE



Der Winter ist zurück in Rio de Janeiro. Nachdem die erste Woche für diese Jahreszeit viel zu warm war, hatten wir von Sonntag bis Dienstag ziemlich lausiges Wetter. Nicht dass es wirklich kalt gewesen wäre, aber 20 Grad sind bei dem frischen Wind und dem gelegentlichen Regen definitiv zu kalt zum schwimmen. War aber völlig egal. Rio hat auch ohne (hoch-)sommerliche Temperaturen einiges zu bieten.

Ich war samstags mit Marc zuerst am Strand von Ipanema, wo mangels Wellen kein großer Surf Contest stattfand und anschließend in Rio Sul, der größten Shopping-Mall.

Nach einem gemeinsamen Essen mit meinen Mitbewohnern (Dirk, Dudu, Kai, Robin) am späten Abend wollten wir eigentlich nicht mehr viel machen. Aber man saß ganz nett zusammen und drei, vier Erdbeer-Caipirinhas später beschlossen wir nachts um 02:00 Uhr doch noch nach Lapa zu fahren um dort Kais äußerst erfolgreichen Drehtag und Dirks Rückkehr aus Buenos Aires zu feiern.

Lapa ist am Wochenende nicht wieder zu erkennen. Ich geh jeden Tag über den Platz bis zu meiner Schule aber ich habe dort noch nie einen Menschen getroffen. An dem Abend war alles voller Menschen. Von den Balkonen drängte die laute Musik der Clubs auf den Platz und verwandelt alles in eine riesige Party.

Bestellt man in Lapa einen Caipirinha bekommt man einen großen (0,5l) und einen kleinen Becher (0,2l) randvoll mit hochprozentigem Alkohol, einer frischen Limone und ein bißchen Eis. Der ganze Spass kostet dann 3 Reais (ungefähr 1 Euro) und haut einen untrainierten Gringo nach der dritten Runde um. Das war dann fünf Stunden und x zwischenzeitliche Biers später. Anyway, ich hatte jede Menge Spaß! Hab viel getanzt (für meine Verhältnisse zumindest) und nette Leute kennengelernt.

Der Sonntag war dann sehr gediegen. Fernanda und Aline (Freunde des Hauses) sowie ihre beiden Kinder wurden eingeladen und trotz gelegentlichem Regen, auf unserer teil-überdachten Terrasse mein erstes Churrasco (brasilianisches BBQ) zelebriert.
Beim Churrasco werden Unmengen bestes Rindfleisch mit viel grobem Salz und Knoblauch gewürzt und anschließend gegrillt. Richtig gut. Der Mensch ist kein Beilagen-Esser.


Bild vom Fotoshooting siehe oben!

Da das große Klassik-Konzert an der Copacabana (irgendeine Sinfonie von Mahler mit über 400 Musikern) wegen besagtem Wetter verschoben werden musste gab's nach dem Nachtisch "nur" einen brasilianischen Kurzfilm über die Glücksspiel-Mafia von Rio und amerikanisches Pay-TV mit portugiesischen Untertiteln für alle.

Gut gefeiert und dann schön entspannt in die neue Woche, so muss es sein.